Die Hallig Norderoog

Die Hallig Norderoog hat gerade mal eine Größe von 0,09 Quadratkilometern.
Die Brandseeschwalbe ist auf Norderoog ein oft gesehener Gast.

Norderoog ist eine winzige Hallig, nicht weit von Hooge entfernt. Trotz ihrer geringen Größe von gerade einmal 0,09 Quadratkilometern ist sie ein Paradies für viele Vögel des Wattenmeeres. Im Gegensatz zu anderen Halligen leben auf Norderoog keine Menschen. Es gibt jedoch eine Hütte auf der Hallig, die im Sommer von Forschern, Zivildienstleistenden und freiwilligen Helfern bewohnt werden kann.

Der ehemalige Vogelwart Dr. Martin Gorke berichtet über seine spannende Arbeit auf Norderoog Folgendes:

"Jedes Jahr fahre ich spätestens Mitte März nach Norderoog zurück. Als allererstes beginne ich damit, die Winterschäden an Hallig und Ufer zu reparieren. Nach diesen Arbeiten fülle ich die ausgespülten Flächen mit Schlick aus dem Watt auf und bepflanze sie mit Deichsaat. Ich säubere die Hallig von Treibgut und Müll. Das Treibgut kann zum Reparieren der Hütte und Stege benutzt werden. Kleines Treibsel wird zur Verfeuerung genutzt.

Bevor die Seeschwalben eintreffen, müssen die Altgräser gemäht werden, damit die Brutflächen zur Verfügung stehen. 1992 konnte ich um die 3.900 Gelege zählen. Ende Mai schreibe ich dann die Brutbestände auf.

Außerdem mache ich eine Zusammenstellung des Seehundbestandes auf den Außensänden. Spezielle Themen müssen wissenschaftlich untersucht werden. Wenn tote Tiere gefunden werden, werden diese oft zur Untersuchung weitergeleitet. Des weiteren muss ich auch einen Bericht über Auswirkungen und Opfer der schleichenden Ölpest herstellen.

Von Mitte Juli bis Anfang September werden Uferschutzarbeiten gemacht. Wenn Touristen kommen, dann mache ich auch kleine Führungen und erkläre ihnen die Welt der Hallig.

Wenn es Herbst wird, dann beginne ich mit dem Entwässern kleiner Tümpel und führe Aufräumarbeiten durch. Die Hütte, in der ich im Sommer wohne, muss winterfest gemacht werden. Alles wird dann hochwassersicher verstaut.

Spätestens Mitte November muss ich Abschied von Hallig Norderoog nehmen."

 

Das Wohnen auf Norderoog

Auf der Hallig Norderoog gibt es weder Strom noch eine Heizung, darum muss man die Hütte dort mit dem Verbrennen von Treibholz warmhalten. Gekocht wird nicht mit Strom, sondern mit Gas. Da es auf Norderoog auch kein Trinkwasser gibt, muss auch dieses immer mitgebracht werden. Das Regenwasser ist nur zur Kleiderwäsche brauchbar, da das Dach stets durch Vogelkot verunreinigt ist. Das Geschirr wird mit Seewasser gespült. Eine Badewanne gibt es auf Norderoog auch nicht - im Sommer aber kann man natürlich in der Nordsee baden!

Wenn während der Zeit der Uferschutzarbeiten mehrere Menschen auf Norderoog sind, wird dort ein Toilettenhäuschen aufgestellt. "Im Frühjahr und Herbst geht es auch ohne!" sagt Martin der Vogelwart.

Auf dem Containerdach wurde 1984 eine Solaranlage mit 12 Volt Gleichstrom montiert. Mit ihr lassen sich zwei Funkgeräte, ein Kühlschrank und ein paar kleine Lämpchen betreiben. Da die Sonne im Frühjahr und Herbst knapp ist, gibt es zu dieser Zeit nicht viel Strom. Die Beleuchtung muss man daher mit Kerzen und Petroleumlampen herstellen.

Das Begehen der Hallig sollte aus drei Gründen nur bei Niedrigwasser erfolgen: Erstens sind dann weniger Vögel auf der Hallig, zweitens kann man den betreffenden Teil der Hallig dann auch von außen, d. h. vom Watt her sehen und drittens haben die Vögel bei längeren Störungen dann die Möglichkeit auch im Watt zu rasten.

Mehr Informationen über Hallig Norderoog findest du hier:

Stiftung Nordfriesische Halligen

Verein Jordsand